Steinkauz

                            

Es dämmert und so etwas wie ein Bellen schallt vereinzelt über die oberrheinische Tiefebene. Es bedeutet, dass der Steinkauz noch nicht ganz aus unserer Region verschwunden ist. Der Steinkauz gehört zu den stark gefährdeten Vogelarten Deutschlands. Sein Ruf „kuwit“, der früher auch als „komm mit“ gedeutet wurde, gab ihm den Beinamen „Todesbote“.

Die kleine Eule, nicht größer als eine Taube, braucht die offene Kulturlandschaft und ursprüngliche Streuobstwiesen. Als Höhlenbrüter bevorzugt er alte Hohlbäume. Offene Feldscheunen und Schuppen nutzt er gerne als Tagesversteck. Doch die Nistmöglichkeiten und Unterstände nehmen immer weiter ab. Seine Jagdreviere werden von Neubaugebieten und durch das Umbrechen von Wiesen jedes Jahr weiter dezimiert. Die Nahrung besteht überwiegend aus Mäusen und größeren Insekten wie Heuschrecken und Käfern. Geeignete Bäume auf denen künstliche Niströhren befestigt werden können, sind Apfel- und Nussbäume, da diese viele horizontal wachsende Äste haben. Doch seine Brutplatztreue machen eine Um- und Wiederansiedlungen schwierig.

Seit über 20 Jahren betreut der NABU-Ettenheim nun rund hundert Niströhren im Bereich der Gemeinden Ettenheim, Orschweier, Rust, Kappel-Grafenhausen, Ringsheim, Rheinhausen und Weisweil. Viel Arbeit in einer Saison, die von März bis in den Oktober hinein geht.

Jedes Jahr müssen mindestens 20 der Röhren repariert, ausgetauscht, ersetzt oder umgehängt werden, weil Bäume gefällt, die Röhren beschädigt oder unbekannterweise beseitigt wurden. Neben dem Bau und der Reparatur von Brutröhren, der Suche geeigneter Plätze und Brutbäume und dem Anbringen der Röhren fallen noch weitere Arbeiten an. Die Jungvögel müssen in der Zeit zwischen Mai und Juni beringt und die Daten der Bruten erhoben werden. Die Brutröhren der Steinkäuze  werden anschließend gereinigt. Ein Brutbericht der umfangreichen Daten wird jährlich an die Vogelwarte Radolfzell übermittelt.