Trockenmauer am Meierberg

Der Naturlehrpfad Meierberg am Ettenheimer Amtsgericht wurde um eine Attraktion reicher. Die bestehende Trockenmauer sollte renoviert und vergrößert werden. Denn diese war zusammengesackt und wurde durch die Vegetation überwachsen, so dass sich das warme Klima einer Trockenmauer nicht mehr entsprechend einstellte.

Die Schüler und Schülerinnen leisteten einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung des Lebensraums „Trockenmauer“ und dessen alter Tradition.

20 Schüler des Gymnasiums St. Landolin stockten die Mauer im Mai 2012 auf, um diese wieder tatkräftig zu einem Paradies für Tiere und Pflanzen zu verwandeln.

Unterstützung bekamen die fleißigen Helfer von Ehrenamtlichen des Naturschutzbunds (NABU), von Jörg Wildt der beim Verladen der groben Steine maschinelle Unterstützung lieferte und von der Spedition Wildt, die per finanziellem Sponsoring die Aktion ermöglichte und auch für ein notwendiges Vesper zur Stärkung sorgte.

Der Naturlehrpfad am Meierberg wurde 1995 von der Stadt Ettenheim und dem NABU Ettenheim, unterstützt von einigen Sponsoren, angelegt. Viele Tiere finden hier einen Lebensraum und Besuchern bieten einladende Bänke einen wunderschönen Ausblick auf den Altstadtkern Ettenheims. Patienten des angrenzenden Krankenhauses entspannen zwischen den naturbelassenen Wiesen, beobachten Tiere oder studieren aufmerksam die verteilten Lehrtafeln.

Wird die Mauereidechse das Habitat bald endecken?

Auch die Schüler fühlten sich hier wohl und gönnten sich ab und zu eine Auszeit zwischen ein paar Kirschbäumen. Ausgeruht wurde allerdings nie allzu lange, denn die Trockenmauer musste bis zum Nachmittag fertig werden. Für die Mauer wurden grobe Sandsteine oberhalb des Meierbergs angeliefert. Dort mussten die Brocken auf einen Transporter geladen und in kleinen Fuhren zum Einsatzort gefahren werden, wo weitere, sehr motivierte Schüler warteten, um die neu ankommenden Steine abzuladen. Unter Anleitung eines Fachmanns wurden die großen Steine dann möglichst passgenau auf die Mauer aufgestapelt. Kleinere wurden als Rückhalt zwischen Mauer und Hang geschüttet.

Währenddessen schnitten einige Schülerinnen sorgfältig einen überhängenden Baum zurecht, damit die Trockenmauer auch in Zukunft reichlich von der Sonne beschienen wird. Die abgeschnittenen Zweige wurden kurzerhand für einen benachbarten Hirschkäfermeiler verwendet. Dieser besteht aus niedrigen, senkrecht in die Erde gerammten Ästen und naturbelassenen Holzscheiten zwischen denen die eifrigen Schülerinnen die kleinen Hölzer stapelten. Das sich dort bodennah zersetzende Holz wird von Insektenlarven genutzt und ist so ein wichtiger Lebensraum für viele Insektenlarven, auch vielleicht für den Hirschkäfer.

 

Doch was genau ist eigentlich eine Trockenmauer?

Sie besteht aus Natursteinen und wird ohne Mörtel und ohne Zement aufgebaut. Wenn die einzelnen Steine sorgfältig gesetzt werden, ist sie sehr stabil. Die Hauptarbeit ist mit dem Schichten der Steine fertig und den Rest erledigt die Natur.

Braunstieliger Streifenfarn

In den Hohlräumen und auch auf der Mauer herrscht ein raues Klima mit einerseits viel Sonne, die für Trockenheit sorgt, andererseits Wind und Regen und zusätzlich gibt es einen kargen Untergrund für Pflanzenwurzeln. Deshalb leben dort auch nur hochspezialisierte Pflanzen- und Tierarten, z.B. Mauerpfeffer, Eidechsen und Blindschleichen.

Sie ertragen die trockene Umgebung und finden einen Unterschlupf und Nahrung. Die Trockenmauern sind wichtige Biotope für die Pflanzen- und Tierwelt.

Es gibt verschiedene Arten, die an einen Lebensraum mit Steinen und Spalten gebunden sind, was man auch an ihren Namen sprichwörtlich erkennen kann: Mauerbiene, Mauereidechse, Mauerraute oder Mauerfarne. Für sie ist eine Trockenmauer lebensnotwendiger Rückzugsraum.

Der Bau von solchen Trockenmauern ist eine jahrhundertealte traditionsreiche Bautechnik und fand sich in der Region oft zum Abstützen steiler Raine, wie diese oft bei Weinbauterrassen anzutreffen waren. Solche mauern werden immer seltener, und müssen deshalb unbedingt geschützt werden.

Geschrieben wurde dieser Artikel von Schülern der 10.Klasse
der Heimschule St. Landolin in Ettenheim (www.heimschule-ettenheim.de)

Unterstützt wurde dieses Projekt von der Firma Wildt aus Ettenheim (www.spedition-wildt.de)