Biotopschutz

 

Biotopschutz bedeutet für den Menschen, sich zurückzunehmen und der Natur an dieser Stelle mehr Raum für Ausdehnung und Entfaltung zu geben:

Entweder der Mensch zieht sich ganz zurück und überlässt den Wald oder das Gewässer sich selbst. So entsteht bei uns wieder ein Urwald mit viel Totholz oder Hochwässer formen einen dynamischen Lebensraum Bach, der sich ständig neu erfindet und besondere Nischen wie Steilufer und Inseln selbst erschafft. 

Oder der Mensch zieht sich teilweise von seiner sonst zu einseitigen und für Naturwerte zu intensiven Nutzung zurück: Er bewirtschaftet die Kulturlandschaft extensiver und verzichtet zu Gunsten von Artenvielfalt und einer gesunden Umwelt auf die maximal möglichen Ertragsziele.

Für den NABU Ettenheim bedeutet seine Biotoppflege meist den Erhalt von seltenen, artenreichen Lebensräumen in der Vorbergzone und im Münstertal, die in der normalen Landschaft schon verschwunden sind:
    

  • Nass- und Feuchtwiesen in grundwassernahen Tallagen, die einst zur Gewinnung von Stalleinstreu bewirt-    
    schaftet wurden
          
  • Halbtrocken- und Magerrasen in exponierten, trockenen Kuppen
                    
  • Obstwiesen mit Bäumen (Hochstamm) historischer Obstsorten
                           
  • Anlage, Erhalt und Förderung möglichst naturnaher Gewässerrandstreifen und Tümpel
          

Hier suchen wir ständig Mithelfer, die sich mit Handarbeit aufmachen, um Heu zu machen oder Gehölze zu pflegen. Das ist dann erlebte historische Bewirtschaftung mit der Heugabel. Allerdings bedienen wir uns auch neuerer Technik zur Arbeitserleichterung und mähen mit Balkenmäher und Motorsense.

Der Lohn sind unwahrscheinlich artenreiche, mit Orchideen und seltenen Insekten gesegnete Inseln in unserer Landschaft.